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Meldung vom 01.01.70

Zuwanderungsgesetz hat noch Lücken


Kreis Reutlingen (p) Das Zuwanderungsgesetz sollte der

große Wurf für die künftige Steuerung der Migration werden.

Daß nach gut eineinhalb Jahren seit Inkrafttreten

noch Defizite herrschen, stellt der Evaluierungsbericht

des Bundesinnenministeriums heraus.


Grund für den Reutlinger CDU-Bundestagsabgeordneten Ernst-

Reinhard Beck bei den Fachleuten vor Ort nachzuhaken.

Dort ist man vor allem über die „deutlichen Vollzugsdefizite“

unglücklich.

„Es wird immer schwieriger ausländische Staatsangehörige

mit einer Latte an Straftaten auszuweisen und auch

tatsächlich abzuschieben“, bemängelte ein Teilnehmer

im Gespräch mit Beck. Ein weiterer Experte beklagte,

daß nach der Rechtssprechung staatliche Interessen und

damit Interessen des Allgemeinwohls sich immer weniger

gegenüber den persönlichen Interessen eines Ausländers

oder Asylbewerbers durchsetzen könnten. „Hier

kann man nicht von einem punktuellen Optimierungsbedarf

wie im Evaluierungsbericht sprechen“, kritisierte

Beck, „hier ist dringend eine wirkungsvolle Nachsteuerung

notwendig.“

Ein besonderes Problem stelle der Familiennachzug dar,

so der allgemeine Tenor. Rund 50 Prozent aller Neuzuwanderer

kommen zum Familiennachzug. Dies sind in

vielen Fällen Personen mit niedriger Qualifikation und

unzureichenden Sprachkenntnissen. Daher fänden diese

Personen – wenn überhaupt – nur schlecht bezahlte Arbeitsplätze,

wo aufgrund der geringen Vergütung kaum

Sozialbeiträge abgeführt werden können. Im Endeffekt

handele es sich zum Teil um eine Zuwanderung in die

deutschen Sozialsysteme.

„Nachbesserungen sind dort notwendig, wo Mißbrauch

und Fehlentwicklungen aufgetreten sind,“ machte Beck

seine Linie klar. Künftig sollten gegen bezahlte Scheinehen,

Ehegattennachzug zu Sozialhilfeempfängern und

hartnäckige Verweigerung von Integrationsleistungen bei

gleichzeitigem Bezug von Sozialhilfe sowie die Täuschung

des Staates zur Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung

härter vorgegangen werden, fordert der Abgeordnete.

„Er werde sich in dieser Sache an Innenminister

Wolfgang Schäuble wenden, sagte Beck seinen Gesprächspartnern

zu.







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