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Meldung vom 08.06.04

Staatssekretärin Johanna Lichy in Eningen: „Kinder- und Familienfreundlichkeit ist wichtiger Standortfaktor“.


Weiterhin regionale Unterschiede: Lichy appelliert an Kommunen „Betreuungsangebote bedarfsgerecht ausbauen“.


Im Rahmen eines Kreisbesuches zu dem Johanna Lichy MdL auf Einladung des CDU-Kreisvorsitzenden Florian Weller in den Kreis Reutlingen gekommen war, sprach die Staatssekretärin im baden-württembergischen Sozialministerium am Montag abend bei einer öffentlichen Veranstaltung in Eningen vor rund 30 Zuhörern zum Thema „Kinderfreundliches Baden-Württemberg“.

 

Staatssekretärin Johanna Lichy zeigte dabei sichtbare Erfolge beim Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder auf. „Für Kindergartenkinder gibt es ein landesweit Bedarf deckendes Betreuungsangebot. Trotz der angespannten Situation der öffentlichen Haushalte konnten auch für unter dreijährige Kinder die Angebote merklich ausgebaut werden. Einen Rekordzuwachs haben wir bei den Krippen. Die Zahl der Plätze hat sich seit 2002 um über 60 Prozent auf rd. 4.100 erhöht. Bei diesen Erfolgen dürfen und wollen wir aber nicht stehen bleiben. Ziel muss sein, die Angebote für Kinder aller Altersstufen bedarfsgerecht weiter auszubauen. Deshalb appelliere ich an die Kommunen im Land, die Chance zu nutzen, sich als familien- und kinderfreundliche Städte und Gemeinden zu profilieren. Kinderfreundlichkeit ist ein Standortfaktor mit wachsender Bedeutung“, erklärte Lichy.

 

Ein bedarfsgerechtes Angebot zur Kinderbetreuung entlaste junge Familien und sei der Schlüssel zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Der Fokus muss in den kommenden Jahren bei einem Ausbau der Angebote für unter dreijährige Kinder liegen“, forderte Lichy. Dabei setze man auch in Zukunft auf eine möglichst breite Vielfalt. „Eine wichtiges Standbein sind neben Kinderkrippen und Kindergärten die landesweit rund 7.000 Tagesmütter“, betonte die Staatssekretärin. Vor allem in ländlichen Gebieten stellten sie durch Wohnortnähe, Flexibilität und familienähnliche Betreuung für viele Eltern eine häufig bevorzugte Alternative dar. Auch der Landkreis Reutlingen unterstütze den Ausbau eines effizienten Tagespflegenetzes seit langem.

 

Der von der Bundesregierung geplanten Novellierung des Kinder- und Jugendhilferechts zum Ausbau der Kinderbetreuung erteilte Lichy eine Absage. „Dem Grundanliegen des Gesetzesentwurfs, dem qualitativen und bedarfsgerechten Ausbau der Betreuungsangebote insbesondere für Kinder unter drei Jahren, stimme ich zu. Nicht zustimmen kann ich allerdings dem Weg, den der Gesetzentwurf vorsieht. Dieser enthält eine Fülle von Regelungen, Vorgaben und Kriterien, die zu beachten sind. Diese Vorgaben schränken den Gestaltungsspielraum vor Ort in einem nicht zu rechtfertigenden Maße ein“, so die Staatssekretärin. Ein weiterer Kritikpunkt sei die fragwürdige Finanzierung. Lichy: „Nachdem die durch die Zusammenlegung von Arbeits- und Sozialhilfe vorgesehene Entlastung für die Kommunen zu einer Mehrbelastung wird, gründen sich die Vorstellungen der Bundesregierung zum Ausbau der Kinderbetreuungsangebote auf Luftbuchungen. Auf der Grundlage von Luftbuchungen kann man jedoch keine Zukunft gestalten“.

 

Kreisvorsitzender Florian Weller betonte ebenfalls die Bedeutung bedarfsgerechter Kinderbetreuungsangebote. Dabei müssten die Angebote möglichst flexibel ausgestaltet und den veränderten und sich weiter verändernden gesellschaftlichen und familiären Strukturen angepasst werden.

 







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