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Der CDU-Kreisverband hatte am vergangenen Dienstag gemeinsam mit Karl-Wilhelm Röhm MdL und dem CDU-Stadtverband Bad Urach zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem Thema "Chancenvielfalt statt Einheitsschule" eingeladen. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Axel Walcher konnte im vollbesetzten Saal des Hotel Vier Jahreszeiten neben zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch einige Lehrer und Schulleiter begrüßen.
Volker Schebesta MdL, für die CDU im Landtag von Baden-Württemberg als Arbeitskreisvorsitzender zuständig für das Themenfeld Bildungspolitik, nahm zu den wesentlichen bildungspolitischen Fragen Stellung. Den Schwerpunkt bildete die Diskussion um die Zukunft der Hauptschulen in Baden-Württemberg. Dabei macht er deutlich, dass die Landesregierung mit ihrem Programm zur Stärkung der Hauptschulen auf dem richtigen Wege ist. Besonders strich er die stärkere Unterrichtsgewichtung für die Fächer Deutsch und Mathematik heraus sowie die Einführung der pädagogischen Assistenten, die zur Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer an den Hauptschulen eingesetzt werden und sich dort besonders um Schüler mit Hilfsbedarf kümmern sollen.
Eine klare Absage erteilte Schebesta der Einheitsschule, wie sie in anderen Ländern praktiziert wird. Gerade das gegliederte Schulwesen in Baden-Württemberg mit seinen vielfältigen Möglichkeiten biete jedem jungen Menschen die Chance zu einem seinen Begabungen entsprechenden Schulabschluss zu kommen. Es spreche für die Hauptschule, dass in Baden-Württemberg zwischen 40-50 % der Schüler die nach der Grundschule auf die Hauptschule wechselten am Ende ihrer Schullaufbahn einen mittleren Bildungsabschluss erlangen, was ein klarer Beweis für die guten Entwicklungschancen von Hauptschülern und für die Durchlässigkeit des baden-württembergischen Schulsystems sei.
Schebesta wies des Weiteren darauf hin, dass 50 % der Studienanfänger an Berufsakademien, Fachhochschulen und Universitäten des laufenden Wintersemesters ihre Hochschulzugangsberechtigung als ehemalige Realschüler an beruflichen Schulen erworben hatten. Die Ergebnisse der jüngsten PISA- und IGLU-Studien würden auch deutlich aufzeigen, dass sich die bildungspolitischen Anstrengungen der letzten Jahre gelohnt hätten.
Volker Schebesta gab zu bedenken, dass in den nächsten neun Jahren im Landkreis Reutlingen die Zahl der Grundschüler um 22 % und die Zahl der Hauptschüler sogar um 27 % zurückgehen werde. Diese im ganzen Land ähnlich verlaufende Entwicklung werde aber nicht dazu führen, dass die Mittel für die Bildungspolitik in Baden-Württemberg gekürzt werden. Vielmehr gehe es der CDU darum, wohnortnahe Schulstandorte auch im ländlichen Raum zu erhalten. Dabei setze man vor allem auf die kommunalen Schulträger, denen man entsprechende Freiräume für Lösungen vor Ort und für Kooperationsmodelle einräumen wolle.
Den Ausführungen von MdL Schebesta folgte eine mehr als einstündige Diskussionsrunde. Der CDU-Kreisvorsitzende Florian Weller machte deutlich, dass man mit einer Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen den Schülern keinen Gefallen tun würde, weil dadurch zu große Schulen gebildet werden müssten und die Attraktivität des ländlichen Raumes wegen Aufgabe von Standorten geschwächte würde. Karl-Wilhelm Röhm MdL, als Schulleiter am Gymnasium in Münsingen ein ausgewiesener Schulpraktiker in der CDU-Landtagsfraktion, versicherte, dass sich die Landtagsfraktion in Fragen der Bildungspolitik intensiv mit allen Beteiligten austausche und die Bildungspolitik in Baden-Württemberg in guten Händen sei. Die CDU/FDP-Landesregierung habe, so Schebesta in seinem Schlussstatement, von der frühkindlichen Bildung mit dem Orientierungsplan für den Kindergarten, mit der Sprachstandsdiagnose und mit dem Bildungskurs für 3-10jährige neue Wege beschritten, mit denen eine Grundlage für chancengerechte Bildungswege geschaffen worden sind.
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