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Meldung vom 25.01.07

Kindgerechte Erziehung und kindgemäßes Aufwachsen


Heilpädagoge Uli Tritschler sprach im vollbesetzten Nebenzimmer des Stauseehotels Glems


Stadträtin Birgit Holder - Köpf, Vorsitzende des CDU Stadtverbandes Metzingen, war erfreut über die vielen Lehrerinnen, Ärzte, Erzieherinnen und Mütter, die teilweise sogar mit ihren Kleinkindern in das Stauseehotel am Dienstag, 23. Januar trotz Schneechaos gekommen waren, um Uli Tritschler vom Therapeutikum St. Johann zu erleben. Selbst Staatssekretär Dieter Hillebrand MdL vom Sozialministerium ließ es sich nicht nehmen zum Vortrag von Uli Tritschler zu kommen.

 

Nach den Begrüßungen von Birgit Holder - Köpf und Dr. Martin Schmid sprach der Kindertherapeut, Elternschulreferent und Familienberater Uli Tritschler. Der 66 Jahre junge Physiotherapeut und Heilpädagoge blickt auf eine 40 jährige Berufserfahrung zurück.

Seine Thesen sind:

 

1. Elternschaft ist eine mindesten 18-jährige Verpflichtung, Fürsorge und Verantwortung zu übernehmen, die mit vielen persönlichen Einschränkungen verbunden ist. Elternsein ist aber auch eine große Gelegenheit viele bedeutsame, unbezahlbare Werte zu erleben. Unsere Kinder schenken uns die Möglichkeit, die Welt noch einmal neu zu entdecken. Ein 5-jähriges Mädchen formulierte das einmal so: „Kinder werden geboren, um ihren Eltern zu helfen mit dem Herzen zu denken, damit alles gut wird. Sonst denken sie immer mit dem Kopf und dann ist das Leben schwer“.

 

2. Wir können immer nur das wahrnehmen, wofür unser Bewusstsein geöffnet ist. Deshalb wäre ein schulisches Unterrichtsfach wünschenswert, in dem die Kinder nicht nur etwas über die Anatomie und Physiologie, sondern auch über die Formungs- und Gestaltungskräfte der Persönlichkeitsbildung im sozialen Miteinander, über das Erleben und seinen Einfluss auf die Vernetzungsstrukturen der Sinne und des Gehirns

erfahren. Die gesammelten Erkenntnisprozesse in Fühlen, Verstehen und Handeln führen zur Charakterbildung der Persönlichkeit.

 

3. Es ist die Aufgabe des Erziehers, zu erkennen, was Kinder wirklich brauchen, um sich so zu entwickeln, dass sie gesund, leistungsfähig und freudig sind und im Besitz kreativer Kompetenz das Erwachsenenalter erreichen.

Es ist die Aufgabe der Kindheit, sich mit dem Körper mit all seinen Sinnen und Handlungsorganen vertraut zu machen. Dazu gehört

Bewegung, Raum und Ruhe zum Spielen. Spielen ist die Forschungsarbeit der Kindheit. Jeder Sinn spricht eine andere Sprache und erschließt einen Zugang zu einem anderen Ausschnitt des Leibes der umgebenden Welt, die gelernt sein möchte.

Tritschler legt Wert darauf, dass Kinder unterwiesen werden, gewaltfreie Konfliktlösungsfähigkeiten zu erwerben. Liebe, Wahrheit, Friede, gegenseitige selbstlose Unterstützung müssen vorgelebt werden, um sich daran zu orientieren.

 

Uli Tritschler geht es darum, „entdeckendes Lernen“ in den Schulen zu ermöglichen und die kreative Intelligenz der Kinder durch Kunst- und praktischen Werkunterricht zu entfalten, anstatt sie mit der Scheinwelt der Medien und hohlem Wissen zu überfüttern Da die ersten drei Lebensjahre der Kinder die prägenden sind, sollte in dieser Zeit möglichst die aushäusige Erziehung in Kindertagesstätten u. a. vermieden werden.

 

An Staatssekretär Dieter Hillebrand gewandt, stellte Tritschler fest „Es gibt keine sinnvollere Verwendung der Steuergelder, als sie für die Entwicklungsförderung, Bildung und Erziehung der Kinder einzusetzen Das kostbarste Gut sind unsere Kinder“. Der angesprochene Staatssekretär Dieter Hillebrand betonte in seinem Schlusswort, Ministerpräsident Günther Oettinger habe als Hauptziel seiner Regierung Familienförderung und Generationengerechtigkeit herzustellen benannt. Am notwendigen Schuldenabbau führe deshalb kein Weg vorbei. Hillebrand, noch beeindruckt vom mit vielen Folien auf dem Tageslichtprojektor ergänzten Referat, freute sich, dass Uli Tritschler dem Arbeitskreis Christ und Politik anbot, 2008 ein Referat über die Fähigkeiten und Aufgaben von Senioren zu halten. Dr. Martin Schmid beschloss den Abend mit dem herzlichen Dank an alle, die trotz schwierigster Witterungsverhältnisse in das Stauseehotel kamen.







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